Reisch wird zweifacher Westfalenmeister | Leichtathletik in Horstmar
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Reisch wird zweifacher Westfalenmeister

Bei den Westfalenmeisterschaften der Altersklasse U16 in Paderborn stellten sich drei Athleten des TuS Germania Horstmar der überregionalen Konkurrenz.

Lindstrot kratzt an Deutscher Norm

Die weibliche Besetzung um Lotta Bischof und Helen Blum musste krankheitsbedingt und aufgrund familiärer Termine an diesem Tag leider passen. Dafür erwischte die männliche Besetzung um Marcel Reisch, sowie Lennart und Henrik Lindstrot einen glänzenden Tag. Den Auftakt machten die Zwillinge in der M15 über die 300m Hürden. Beide Jungen erliefen in einem, mit Stürzen geprägten Rennen, neue persönliche Bestzeiten. Henrik erreichte das Ziel nach 44,69 sek. und sicherte sich damit Platz 2. Mit der Zeit kratzt Henrik sogar an der Norm für die Deutschen Meisterschaften, die im August in Bochum-Wattenscheid stattfinden. Lennart, der das Ziel nach 48,21 sek. erreichte, unterbot mit seiner Zeit die Norm für die, Mitte Juli stattfindenden, NRW-Meisterschaften und erreichte am Wettkampftag den 4. Platz.

Nachträgliche Disqualifikation

Nach den 300m Hürden standen für die Ausdauertalente noch die 800m auf dem Programm. Henrik und Lennart liefen dabei in zwei verschiedenen Läufen. Den Anfang machte Henrik, der sich zum Ziel gesetzt hatte, die schnellste Zeit der Konkurrenz zu laufen. Gleich zu Beginn setzte er ein hohes Tempo an. Der ein oder andere Mitstreiter konnte da noch mithalten. “Zum Ende hin habe ich gemerkt, dass ich noch schneller laufen kann und die anderen nicht mehr so mithalten können. Da habe ich nochmal an Geschwindigkeit zugelegt”, womit er allen davon und nach 2:08,89 min ins Ziel lief. Lennart hingegen erwischte in seinem Rennen einen harten Konkurrenten, mit dem er sich 650m lang einen ständigen Führungswechsel lieferte. Die letzten 150m setzte Lennart dann aber zum Endspurt aus der Kurve an und baute seine Führung Meter um Meter aus. Nach 2:10,83 erreichte er in seinem Lauf als Erster das Ziel. Damit stand Henrik als Sieger fest, Lennart erlief sich mit der Zeit die Quali für die NRW Meisterschaften und wurde Vierter.

Vorerst.

“Nach den Meisterschaten erhielt ich einen Anruf vom FLVW. In der Deutschen Leichtathletikordnung gibt es einen Paragraphen, der besagt, dass Jugendliche der Klassen U14 und U16 eine solche Streckenkombination, wie Henrik und Lennart sie gelaufen sind, nicht laufen dürfen”, erläutert Trainerin Fenja Gude die Situation. “Nachträglich wurden Henrik und Lennart daher für die 800m disqualifiziert. Henrik wurde der Titel aberkannt und auch die Qualifikationszeit von Lennart ist nicht mehr gültig”, beschreibt Gude die Situation weiter. “Der Fehler liegt bei mir. Ich hätte das als Trainerin wissen müssen. Dennoch hätte ich es schön gefunden, wenn ein solch besonderer Paragraph in der Ausschreibung erwähnt gewesen wäre, denn nicht nur ich, auch viele befreundete Trainer haben stutzig geschaut, als ich ihnen die Situation erläutert hatte. Bzgl. Lennart haben wir mit dem FLVW nun aber eine faire Übereinkunft für die NRW Meisterschaften treffen können. Immerhin ein kleiner Trost unter den gegebenen Umständen.”

So kann zumindest Lennart der Situation etwas Positives entnehmen. Henrik hingegen muss sich mit dem Urteil abfinden. Seine Enttäuschung versucht er nun in Motivation für die nächsten Meisterschaften umwandeln, um es dort nocheinmal allen zu zeigen.

Reisch in Topform

Besser lief hingegen alles bei Marcel Reisch. Er qualifizierte sich zuvor in allen drei Wurfdisziplinen für diese Meisterschaft. Den Anfang machte er mit dem Speer. Mit 44,20m landete dieser knapp zwei Meter vor dem Zweitplatzierten, womit Marcel seinen ersten Westfalentitel einstecken konnte. Nach dem Speer gewöhnte sich Marcel mit der nun etablierten Drehstoßtechnik beim Kugelstoßen schon mal für das abschließende und für ihn favorisierte Diskuswerfen ein. Die Kugel stieß er auf 13,36m. Platz 4 und eine neue persönliche Bestleistung bedeuteten dies. Durch das Kugelstoßen gedanklich und technisch bereits auf das Diskuswerfen vorbereitet, betrat der Vorjahresmeister den Diskusring mit dem einzigen Ziel, seinen Titel zu verteidigen. Nach dem ersten Wurf, den er nicht optimal erwischte, lag Marcel noch auf Platz 2. Das spornte ihn noch mehr an, es im zweiten Versuch besser zu machen, und so landete die 1kg schwere Diskusscheibe erst nach 54,11m auf dem Rasenplatz. Konkurrenzlos, mit einem Abstand von knapp sechs Metern, gewann Marcel das Diskuswerfen somit für sich. Mission Titelverteidigung war mit dem Sieg im Diskuswurf und dem zusätzlichen Sieg im Speerwurf erfolgreich abgehakt.

Am kommenden Wochenende finden die Westfälischen Meisterschaften der Altersklassen U18 und U20 im Jahnstadion in Rheine statt. Der TuS ist dort mit fünf Athletinnen vertreten, von denen einige, laut aktueller Meldeleistung, sogar unter den besten Drei vertreten sind. Das Wochenende verspricht demnach wieder spannend zu werden.